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Paar- und Eheberatung
Ehe- oder Paarberatung im Fernsehen: heftiger Streit, Vorwürfe, Tränen, dabei ein Therapeut mit strenger Brille und Block. Dazu heißt es Ehetherapie oder Paartherapie.
Ist es das tatsächlich in der Praxis? Mir gefällt das Wort Therapie schon nicht. Laut Wikipedia bezeichnet es „eine Behandlung, die darauf abzielt, Behinderungen, Krankheiten und Verletzungen oder seelische Traumata positiv zu beeinflussen.“
In den allermeisten Fällen handelt es sich jedoch um psychisch gesunde Paare, die Probleme mit der Kommunikation haben und/oder die eigenen und die Bedürfnisse des Gegenübers aus den Augen verloren haben.
Das, was sich auf den ersten Blick zeigt, wie z.B. „räumt den Geschirrspüler nicht aus, telefoniert stundenlang mit der Freundin, verbringt zu viel Zeit in der Garage“ maskiert nur die eigentlichen Probleme, die sich in Wut, Zorn und Vorwürfen äußern. Dahinter stehen vielfach Verletzungen, Trauer und ein nicht gesehen werden.
In die Paarbeziehung werden viele Erwartungen, Wünsche und Träume projiziert, die ein einziger Mensch womöglich gar nicht in der Lage ist zu erfüllen. Dinge, die wir in der Kindheit erleben mussten, davon erhoffen wir uns Heilung in der Partnerschaft.
Unterschiedliche Werte, Bedürfnisse und Lebensentwürfe sollen unter einen Hut gebracht, dabei aber niemand benachteiligt und möglichst wenige Kompromisse gemacht werden. Nicht unmöglich, aber eine Herausforderung, die die Bereitschaft von beiden Partnern voraussetzt.
Ich verstehe mich dabei als Schatzsucherin und Dolmetscherin, versuche den gemeinsamen Nenner im Blick zu behalten. Dabei bin ich sowohl lösungs- als auch parteienneutral, ich bin die Anwältin der Beziehung, nicht die einer der beiden Klienten.
In erster Linie wird beziehungserhaltend gearbeitet, aber wenn gar nichts mehr geht, kann eine Paarberatung auch dazu dienen, sich möglichst gut zu trennen. Viele Menschen scheuen sich, private Angelegenheiten mit außenstehenden Personen zu besprechen, aber gerade wir haben einen klareren Blick auf die Problematik.
Besonders gerne arbeite ich mit „frischen“ Paaren, denen bewusst ist, dass eine gelingende Beziehung nicht Gottes Geschenk ist und deshalb von vorneherein eine gute Basis schaffen wollen. Sich und den anderen wirklich kennenlernen und die Beziehung aktiv gestalten möchten.
Und nachdem wir zwar sehr viel unnützen Blödsinn in der Schule lernen, aber nicht, wie man gute Beziehungen führt, ist es auch keine Schande, sich dabei helfen zu lassen.