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Love hurts

Love hurts

Samstag, August 13, 2022

Liebe tut weh. Die Gruppe „Nazareth“ sang schon vor Jahrzehnten davon, unzählige Lieder und Gedichte gibt es darüber, wie schmerzhaft die Liebe sein kann. Manche Philosophen sagen „nur die unerwiderte oder die verlorene Liebe tut weh, nicht die Liebe selbst“.

Ich sage: oh doch. Und sie tut noch viel mehr mit uns: sie macht uns verletzlich, angreifbar, roh, schwach. Und das ist gut so. Wie komme ich darauf?

Auf Facebook bin ich in einer Hundegruppe, und da kam gestern der Wunsch auf, Fotos von alten (teilweise schon verstorbenen) Hunden zu posten, weil sie diese ganz besondere Ausstrahlung haben. Eine wunderbare Idee. Beim Scrollen durch diese tollen, Fotos, bei denen so viel Liebe und Wehmut mitschwang, wurde mir ganz anders zumute.

Mein Wuffi ist jetzt neun, schon weiß um die Nase und die Augen, und das zeigt mir einfach, dass er nicht ewig an meiner Seite sein wird. Und das tut weh. Jetzt schon. Ganz akut und intensiv. Und dennoch schön. Weil es heißt, dass diese Verbindung etwas mit uns macht. Dazu muss ich ihn noch nicht verloren haben, es genügt zu sehen, dass er verletzt oder krank ist, um dieses Gefühl in mir auszulösen.

Im Laufe des Lebens machen wir so unsere Erfahrung mit der Liebe. Der Liebe, die so vielfältig ist wie das Leben und wir selbst: der Liebe zu einem Kind, zu einem Partner, Freunden und Familie, aber eben auch zu Tieren oder zu einem bestimmten Ort.

Wir öffnen uns weit, vertrauen, verlieren, oder müssen zusehen, wie der andere leidet. Und manchmal empfinden wir durch eines dieser Erlebnisse so viel Schmerz, dass wir uns vielleicht davor schützen wollen. Wir verschließen uns, bauen eine Mauer, um niemanden mehr soweit an uns heranzulassen, dass er diese Gefühle in uns auslösen kann.

Dann kann uns zwar nichts mehr passieren, aber wir verändern uns dadurch. Beziehungen werden nichtssagend, wenn wir wahre Nähe nicht mehr zulassen. Das Weiche, Durchlässige verhärtet sich. Die Angst davor, dieses Gefühl noch einmal erleben zu müssen, lässt uns Abstand halten vor der wahren, tiefen Liebe.

Viele von euch kennen es vielleicht: ein Partnerwechsel, wenn der Mensch zu nahe kommt, ein Verbleib auf oberflächlichem Kontakt, ein riesen Freundeskreis, anstatt einer Handvoll wirklich nahestehender Menschen, die uns richtig gut kennen.

Unser gesamtes Leben bleibt an der Oberfläche und verliert an Tiefe. An Menschen, Handlungen, Erinnerungen, die uns Gänsehaut bereiten. Lauwarm.

Ja, ich kenne den tief empfundenen Schmerz, der die Tränen fließen lässt, der uns sprachlos macht, handlungsunfähig, im Schock zurücklässt. Aber dennoch bin ich dankbar dafür, ihn empfinden zu dürfen, denn das zeigt mir, dass ich noch im Innersten berührt werden kann. Ich zu tiefen Gefühlen fähig bin. Dankbar, weil er mir zeigt, dass ich wahrlich lebe.

Was sind deine Gedanken zu diesem Thema? Lass mich gerne in den Kommentaren teilhaben!

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