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Vor einigen Tagen ist mir mein Handy die Stiege hinuntergefallen und ist seither mausetot, das neue kommst erst. Und nach einer kurzen Schockstarre („Abgeschnitten von der Außenwelt!“) merke ich, wie gut das eigentlich tut. In unserer vernetzten Welt sind wir es gewöhnt, dass unsere Augen und Ohren, und damit unser Gehirn, durchgehend beschäftigt werden.
Oft genügt ein Blick auf die Uhrzeit oder die Außentemperatur (komplett bescheuert…) und schon hängt man am Handy und weiß oft gar nicht mehr, was man da eigentlich wollte. Das, was als technisches Hilfsmittel seinen Anfang nahm, hat sich zur Beschäftigungstherapie gewandelt.
Teilweise rund um die Uhr konsumieren wir alles, was die digitale Welt zu bieten hat und so toll die komplette Vernetzung und der uneingeschränkte Zugang zu allen möglichen Infos ist: je länger ich dem ausgesetzt bin, umso müder werde ich. Ich finde keinen Zugang zu meinen Gedanken und Gefühlen und zu meiner Mitte, wenn meine Aufmerksamkeit ständig von Außenreizen beansprucht wird.
Viele von uns haben es sich angewöhnt, sich auf diese Weise absichtlich abzulenken von der Innenwelt. Einfach nicht hinzuhören, was unser Ich uns zu sagen hat, scheint der einzige Weg zu sein, mit den vorhandenen Gefühlen und Emotionen umzugehen. Die Aufmerksamkeit nach außen zu richten, kann uns davor schützen, Gefühle wie Schmerz und Trauer, Ärger oder Enttäuschung spüren zu müssen.
Instagram & Co gaukeln zusätzlich die schöne heile Welt vor, in der alle schön und glücklich und gut gelaunt sind. Diese verzerrte Wahrheit kann dir für den Moment das Gefühl geben, dass die Welt in Ordnung ist, dich ablenken von deiner eigenen Realität, die vielleicht nicht immer in Feenglitzer getaucht ist.
Es scheint viel einfacher zu sein, sich vorübergehend auszuklinken und das, was in uns ist, so lange zu ignorieren, bis lediglich ein kleiner schwarzer Punkt daraus geworden ist, dem man keine Aufmerksamkeit mehr schenken muss. Trotzdem bleibt er da. Er wiegt schwer und wächst manchmal genau dann zu einem riesigen schwarzen Loch heran, wenn man es am wenigsten brauchen kann.
Um zu fühlen, was uns gerade bewegt oder unglücklich macht - und nur wenn wir das wissen, können wir ja etwas zum Positiven verändern - braucht es Momente der Stille. Moment, in denen wir zuhören können, was unser Ich uns zu sagen hat. Über unsere Wünsche, unsere Träume, unsere Hoffnungen.
Wenn du die Stille erträgst, wenn du mit allem in Einklang bist, was sich in dir regt, dann ist es auch leichter, die Außenwelt zu ertragen. Dann findest du immer einen Platz in dir, an dem du zur Ruhe kommen kannst.
Und wenn mein neues Handy eingetroffen ist, werde ich endlich feststellen, ob die Welt untergegangen ist, weil ich ein paar Tage teil-offline war ;-)
Wenn du selbst bemerkst, dass du das Internet als Ablenkung von dir selbst verwendest und das ändern möchtest, dann kontaktiere mich bitte gerne für eine Terminvereinbarung!